Erstes oberbayerisches Robotik-Forum zeigt Medizinrobotik zum Anfassen und Entdecken

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  • Erstes Robotik-Forum der Krankenhäuser Weilheim-Schongau präsentiert die Medizin von Morgen
  • Technologieführer der Medizinrobotik stellen ihre Innovationen vor
  • Schirmherrin und Landrätin Andrea Jochner-Weiß eröffnet das Fachforum

 

 

Weilheim, 05.02.20. Unser Gesundheitswesen macht gerade Quantensprünge. Schon seit geraumer Zeit agieren Robotersysteme als der sprichwörtlich verlängerte Arm von Ärzten und Pflegepersonal und immer neue Einsatzgebiete kommen dazu. Was die Roboter in Medizin und Pflege können und welche Technologie darin steckt zeigen die Krankenhäuser Weilheim-Schongau im ersten oberbayerischen Robotik-Forum der Medizin.

Landrätin und Schirmherrin Andrea-Jochner Weiß eröffnete das Forum gemeinsam mit dem führenden Münchner Robotikexperten und Ehrengast, Prof. Dr. Sami Haddadin am heutigen Mittwoch. „Gerade im Bereich Gesundheit können die neuen Systeme dazu beitragen, Krankheiten früher zu erkennen und die Menschen besser zu versorgen“, ist die Landrätin überzeugt.

 

Medizinrobotik zum Anfassen und Entdecken

Weltweit führende Technologieanbieter der Medizinrobotik waren der Einladung gefolgt und gaben Einblicke in die Medizin von Morgen. Mit ihren Live-Demonstrationen ermöglichten sie einem interessierten Fachpublikum deren Einsatzbereiche aus erster Hand zu erleben, sozusagen „Robotik zum Anfassen und Entdecken“. Darunter namhafte Anbieter, wie Intuitive Surgical (mit der DA VINCI-Technologie), Stryker (mit der MAKO-Technologie), TransEnterix (mit der SENHANCE-Technologie) sowie Siemens Healthineers mit Anwendung für OP und Diagnostik. Die Krankenhäuser Weilheim-Schongau präsentierten anhand der Pflegeroboter-Robbe „Johanna“ deren Einsatzmöglichkeiten bei geriatrischen Patienten.

 

Wachsende Einsatzbereiche für die Robotik-Assistenten

Die Vorteile der Roboterassistenz-Systeme beim Einsatz im OP liegen auf der Hand: Höchste Präzision und Schnelligkeit, fehlende Ermüdung und optimale Ergonomie. Schon jetzt unterstützen die Systeme, Knie- und Hüftgelenke zu implementieren, die Prostata zu entfernen oder helfen, Gebärmuttermyome zu behandeln. Der Chirurg steuert feinste Instrumente, die mehr Bewegungsmöglichkeiten haben als die menschliche Hand und in einer Präzision von unter 0,1 Millimeter arbeiten.

In der Pflege assistieren und unterstützen die Systeme. Seit Ende 2019 setzt die Geriatrie im Weilheimer und Schongauer Krankenhaus einen Pflegeroboter ein. Eine Pflegerobbe wird in der Einzelbetreuung von Demenzpatienten eingesetzt. Die Robbe Johanna ist interaktiv und ein Kommunikationsmedium. Sie überwindet Barrieren bei Menschen ohne Kurzzeitgedächtnis oder die keine Konzentration halten können.

 

Schon bald tägliche Routine

„In absehbarer Zeit könnten die mechatronischen Assistenten auch dazu beitragen, die Autonomie und Lebensqualität von Patienten und hilfsbedürftigen Menschen zu verbessern. Es ist also keine Zukunftsmusik, die wir zeigen, sondern wird schon bald tägliche Routine in den Krankenhäusern der Welt sein“, ist Geschäftsführer Thomas Lippmannüberzeugt.

Für sie ist die Verbesserung der wohnortnahen Versorgung erklärtes Ziel und Impulsgeber, in die neue Schlüsseltechnologie zu investieren. Alle Bürger sollen in den Genuss der Medizininnovation kommen. Als erstes Krankenhaus Oberbayerns führten die Kliniken deshalb vor rund 12 Monaten das Roboterassistenz-System im Knie- und Hüftgelenkersatz ein. Weitere Robotersysteme sollen in Kürze folgen.