COVID-19 und ältere Hochrisikopatienten: Akutgeriatrie Weilheim-Schongau stellt Maßnahmen zum Schutz und Versorgung von kranken, älteren Menschen vor

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  • Positive Bilanz in der Versorgung älteren Hochrisikopatienten
  • Nach Lockerung: Weiterhin hohe Schutzbedürftigkeit gegeben
  • Hygiene-Schutzkonzept nimmt zudem psychisches Wohlbefinden in Blick

Weilheim-Schongau, 22.7.2020. Eine positive Bilanz in der Versorgung von älteren Hochrisikopatienten während der ersten Corona-Welle haben Chefarzt Dr. Sebastian Mühle und Stationsleitung Lolita Hönig heute für die Krankenhäuser Weilheim-Schongau gezogen. „Mit einem besonderen Hygiene- und Betreuungskonzept ist es gelungen, alle geriatrischen Patienten stabil wieder in den Alltag zu entlassen. Damit haben wir das Ziel, das wir uns selbst gesetzt haben, erreicht“, sagten die Experten für Altersmedizin. Derzeit werde daran gearbeitet, nach den Corona-Lockerungen, die hohen Schutzkonzepte für die hochbetagten Patienten aufrechtzuerhalten.

Nicht jeder ältere Mensch ist automatisch Hochrisikopatient

Das Coronavirus kann für ältere Menschen besonders gefährlich werden, aber nicht für alle. Gefährdet sind insbesondere hochbetagte Menschen, wenn sie gebrechlich und pflegebedürftig sind, denn sie leiden häufig an mehreren akuten und chronischen Erkrankungen gleichzeitig. Viele haben ein geschwächtes Immunsystem und die Kraft ist nicht mehr so wie früher da. Für diese Patienten stellt COVID-19 ein lebensbedrohliches Risiko dar, weshalb sie nach den Erfahrungen von Chefarzt Dr. Mühle besonderer Aufmerksamkeit und Schutz benötigen, um Infektionsrisiken abzufedern.

Spezialisierte Versorgung für Hochrisikopatienten

Geriatrische Fachabteilungen, wie in Weilheim-Schongau, sind ein wichtiger Teil der Versorgungskette, da sie gezielt für ältere Hochrisikopatienten ausgerüstet sind. Sie verfügen über speziell ausgebildete Fachkräfte und die entsprechende Ausstattung. Um auch unter Pandemie-Bedingungen, wie aktuell Corona, einen optimalen Rahmen zu schaffen, hat die Akutgeriatrie ein besonderes Hygienekonzept für beide Standorte entwickelt. Die Besonderheit: Neben den medizinischen Belangen nimmt es zusätzlich das psychische Wohlbefinden der älteren Patienten mit in den Blick. „Durch Angebote, wie Videotelefonie mit Angehörigen, eine enge Betreuung, oftmals sogar 1:1 oder eigene Betreuungsassistenten waren bei unseren Patienten deutlich weniger Verwirrtheitszustände zu beobachten“, beschreibt Stationsleitung Lolita Hönig die positiven Erfahrungen mit dem zweistufigen Konzept. „Die Patienten waren insgesamt klarer und konnten sich besser erinnern“, so die Pflegeexpertin weiter.

Das strikte Hygienekonzept der Akutgeriatrie basiert auf der räumlichen Trennung von anderen Klinikbereichen, sehr guter Schutzausrüstung, einer vorgelagerten Aufnahme mit entsprechenden Tests sowie umfassende Desinfektionsmaßnahmen, die mehrmals täglich durchgeführt werden. Das Team wird dabei von einer Hygienebeauftragten sowie kontinuierliche Hygieneschulungen beraten und begleitet. Alle Mitarbeiter führen zu Beginn der Arbeitszeit ein Selbstmonitoring, wie z.B. Temperaturkontrolle durch.

Klinikaufenthalte nicht hinauszögern

Bei allen positiven Erfahrungen bereiten die Corona-Lockerungen, derzeit aber auch Sorgen. „Mit dem Voranschreiten der Infektionswelle sind hochbetagte Patienten, häufig nicht mehr ins Krankenhaus gegangen, aus Angst sich anzustecken“, so Dr. Mühle. Dabei seien gerade diese Patienten wegen ihrer vielfältigen Grunderkrankungen auf einen Krankenhausaufenthalt angewiesen. Oftmals stellt dieser die Angehörigen vor große Fragen: Kommt unser Vater, unsere Mutter wieder nach Hause, soll er/sie die Operation oder die belastende Therapie in Corona-Zeiten überhaupt noch angehen?

Gerade weil die Gefährdungen für hochbetagte, erkrankte Menschen bleiben, empfiehlt der Chefarzt anstehende Klinikaufenthalte in keinem Fall hinauszuzögern. „Die guten Ergebnisse bestätigen, dass unser Hygiene-Schutzkonzept an den richten Stellen ansetzt und zahlreiche Hochrisikopatienten trotz Pandemie eine gute Versorgungsperspektive erhalten. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit der Fortführung einen wichtigen Beitrag für die medizinische Versorgung hochbetagter Menschen leisten und gleichzeitig wirksam den Infektionsrisiken vorbeugen“, so Dr. Mühle.