Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhold Lang | Chefarzt
Die Lunge sorgt für die wichtige Atemfunktion im menschlichen Körper. Durch Feinstaub und Nikotin kann die Lunge jedoch belastet werden und mitunter sogar schwere Krankheiten entwickeln. Auch Bakterien und Viren bedrohen die Funktion der Lunge. Spezielle Atemübungen und eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sind hingegen förderlich für eine starke und gesunde Lunge.
Unser Ratgeber zeigt, wie die genaue Funktion der Lunge aussieht und welche akuten und chronischen Krankheiten der Lunge vergleichsweise häufig vorkommen. Zudem verrät er, wie das Organ langfristig gesund bleiben kann.
Inhaltsverzeichnis:
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Die Lunge liegt von den Rippen des Brustkorbs geschützt in der Brusthöhle - ebenso wie das menschliche Herz. Die wichtigste Funktion der Lunge ist die Sicherstellung der Atmung und die Bereitstellung von Sauerstoff im menschlichen Körper. Sauerstoff strömt mit jedem Atemzug durch die Luftröhre bis in die so genannten Lungenbläschen. Diese befinden sich in den Bronchialzweigen und werden von Blutgefäßen umgeben. Rund 300 Millionen dieser Lungenbläschen sind in einer gesunden Lunge enthalten.
Da die Lunge selbst über keine Muskulatur verfügt, bedarf sie der Funktion der Rippenmuskeln und des Zwerchfells. Der Brustkorb weitet sich, wenn ein Mensch einatmet, und zieht sich beim Ausatmen wieder zusammen. Während des Einatmens gelangt die Luft über den Mund oder die Nase, den Rachen und den Kehlkopf schließlich in die Luftröhre. Während des Ausatmens gelangt Kohlendioxid in die Umgebungsluft - daher wird von einem „Gasaustausch“ der Lunge gesprochen. Über das Blut wird der Sauerstoff im Körper verteilt. Kohlendioxid ist das Abfallprodukt des Ausatmens.
Gut zu wissen: Obwohl die Atmung für den Menschen weitestgehend unbewusst stattfindet, wird sie vom zentralen Nervensystem des Körpers gesteuert.
Die Lunge setzt sich aus dem linken und rechten Lungenflügel zusammen, die wiederum in einzelne Lungenlappen unterteilt sind. Auch die Lungenlappen werden noch einmal in einzelne Segmente aufgegliedert. Innerhalb der Lungensegmente gibt es immer kleinere Äste bis zu den Millionen Lungenbläschen. In diesen Lungenbläschen findet der schon angesprochene "Gasaustausch" statt. So wird der Sauerstoff aus der eingeatmeten Umgebungsluft hier im Blut aufgenommen und Kohlendioxid wieder ausgestoßen.
Fun Fact: Optisch ähnelt der Lungenaufbau einem auf dem Kopf befindlichen Baum mit unzähligen Ästen, die sich immer feiner abzweigen.
Durch die Zufügung des Sauerstoffs im Blut erreicht dieser den gesamten Körper. Wer an einer eingeschränkten Funktion der Lunge leidet, wird sich sofort weniger leistungsfähig fühlen und Symptome wie Atemnot haben.
Die gesunde Funktion der Lunge sieht eine Atmung von rund 15 Atemzügen pro Minute vor, wenn sich der Körper in einer ruhigen Position befindet. Bei Anstrengung wird häufiger und intensiver ein- und ausgeatmet. Dies ist ein natürlicher Prozess, der dafür sorgt, dass mehr Sauerstoff im Blut ankommen kann. Wer sich über seine Lungenfunktion unsicher ist, kann diese durch Atemtests überprüfen (lassen).
Wie alle Organe des menschlichen Körpers wird auch die Lunge mitunter von Krankheiten bedroht. Nicht alle verursachen in der Lunge Schmerzen, sondern verlaufen im Gegenteil häufig symptomlos oder haben nur unspezifische Symptome, die für verschiedene Krankheitsbilder stehen können. Daher ist es sehr schwierig, einige der Lungenkrankheiten eindeutig zu erkennen.
Akute Erkrankungen der Lunge werden meist durch Viren oder Bakterien ausgelöst. Viele akute Krankheiten der Lunge können aber auch ein chronisches (= lang anhaltendes) Stadium annehmen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden oder die Therapie nicht anschlägt.
Die Lungenentzündung wird meist durch Bakterien ausgelöst. Etwa die Hälfte der entzündlichen Erkrankungen beruht auf einer bestimmten Pneumokokken-Art. Personen mit einem schwachen Immunsystem sind außerdem von einer Lungenentzündung durch eine verschleppte Grippe, Pilze oder auch Parasiten bedroht.
Symptome der Lungenentzündung sind unter anderem:
Wird die Lungenentzündung nicht auskuriert und/oder betrifft sie Menschen mit einem schlechten Allgemeinzustand, kann sie sogar lebensbedrohlich werden. Daher gilt: Bei den genannten Symptomen muss frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden.
Die akute Entzündung der Bronchien, deren Schleimhaut oder der Luftröhre wird als "Bronchitis" beschrieben. Sie ist meist harmloser als eine Lungenentzündung und oft die Folge eines Infekts. Typische Symptome sind Husten und Fieber.
Treten die Beschwerden über mindestens drei Monate hinweg an den meisten Tagen auf, wird in der Regel nicht mehr von einer akuten, sondern von einer chronischen Bronchitis gesprochen.
Chronische Krankheiten definieren sich einerseits durch ihre Dauer und andererseits durch ihr vergleichsweise schleichendes Auftreten. So können eigentlich akute Krankheiten wie die Lungenentzündung und die Bronchitis chronisch werden, wenn ihre übliche Dauer überschritten wird und der Behandlungserfolg ausbleibt. Zudem können Patienten mit chronischen Erkrankungen oft nicht genau beziffern, wann die Beschwerden begonnen haben.
COPD steht für "chronic obstructive pulmonary disease". Schon im Namen steckt also, dass es sich um eine chronische Lungenerkrankung handelt. Der Begriff "COPD" wird jedoch als Oberbegriff verschiedener Beschwerden betrachtet, welche die Atemwege dauerhaft verengen. Leitsymptome sind Husten (oft mit Auswurf) und Atemnot, die vor allem bei einer intensiven Belastung des Körpers auftritt.
COPD ist in der Regel nicht heilbar, sondern führt durch verschiedene Behandlungsmethoden lediglich zur Verbesserung der Lebensqualität der Patienten. Die Symptome sollen gelindert und das Fortschreiten der Erkrankung - zum Beispiel durch die Stärkung der Belastbarkeit des Körpers - verhindert werden. Die Langzeittherapie sieht einerseits eine medikamentöse und andererseits eine nicht-medikamentöse Behandlung vor.
Auch die Lungenfibrose meint als Überbegriff verschiedene Krankheiten der Lunge. Hierbei handelt es sich um chronische Entzündungen, die dazu führen, dass sich das Bindegewebe der Lunge auf krankhafte Weise vermehrt. Letztlich vernarbt und verhärtet das Gewebe, so dass der wichtige Sauerstoff nicht mehr ungehindert ins Blut und den ganzen Körper gelangen kann.
Leitsymptom einer Lungenfibrose ist die beschleunigte und eher oberflächliche Atmung, die zumeist während des Einatmens von einem Atemstopp bedroht wird. Der Patient erlebt somit eine Atemnot, die im Anfangsstadium der Erkrankung vor allem bei körperlicher Belastung auffällt. Später tritt sie auch in Ruhe auf. Ein weiteres Symptom ist Reizhusten; anders als bei der COPD-Erkrankung jedoch meist ohne Auswurf. Je nach Auslöser der Erkrankung kommen verschiedene Therapie-Ansätze in Frage. Liegt die Fibrose an Schadstoffen, die beispielsweise berufsbedingt eingeatmet werden, müssen diese so gut wie möglich reduziert werden. Entzündungsprozesse in der Lunge können zudem durch entsprechende Medikamente gestoppt werden.
Asthma ist eine häufige, chronische Erkrankung, welche auf verengten Atemwegen beruht. Durch die Verengung treten Krämpfe in der Bronchialmuskulatur auf, zudem kommt es mitunter zu einer vermehrten Bildung von Schleim. Dadurch wird die Atmung erschwert.
Die Auslöser für die Verengung können allergener oder nicht-allergener Natur sein. Es sind zum Beispiel Stress, das Einatmen von Tabakrauch oder Allergenen (Hausstaubmilben, Pollen). Für die Behandlung von Asthma bietet sich einerseits eine medikamentöse Therapie mit Wirkstoffen wie Kortison an. Andererseits sollten (bei der allergischen Form von Asthma) die Allergene möglichst gemieden werden.
Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland und beschreibt einen bösartigen Tumor an der Lunge oder den Bronchien. Das Tückische an der Erkrankung: Nur selten verursacht sie in der Lunge Schmerzen oder andere Symptome, so dass der Lungenkrebs oft erst sehr spät bemerkt wird. Treten dennoch Beschwerden auf, sind es meist unspezifische Symptome wie Gewichtsverlust oder gelegentlicher Husten.
Das größte Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, besteht für Raucher sowie für Personen, die berufsbedingt häufig mit Schadstoffen und Dämpfen in Kontakt kommen. Die Behandlung sieht (wenn möglich) eine Entfernung des Tumors sowie eine Chemotherapie und/oder Bestrahlung vor.
Die Klinik für Innere Medizin Schongau bietet das gesamte Spektrum internistischer Behandlungen an. Arbeitsschwerpunkte sind die Therapie von Erkrankungen des Verdauungstrakts (Gastroenterologie) und der Leber. Zudem ist unser Team spezialisiert auf Lungenerkrankungen (Pneumologie).
Neben dem Anspruch, immer die höchste medizinische Qualität zu garantieren, legen die Ärzte und Pflegekräfte großen Wert auf einen persönlichen Umgang mit den Patienten. Denn die langjährige Erfahrung zeigt, wie wichtig und heilungsfördernd ein enges, vertrauensvolles Verhältnis zwischen medizinischem Personal und Patient ist.
Lungenfeind Nummer 1 ist der Zigarettenrauch bzw. die Partikel darin. Um die Lunge vor Schmerzen und Krankheiten zu bewahren, sollte der Nikotinkonsum daher eingeschränkt oder gänzlich auf Zigaretten verzichtet werden. Vor allem die Krankheit COPD ist eine häufige Folge von vermehrtem Rauchen, doch auch Lungenkrebs kann durch Nikotin gefördert werden. Die schädlichen Partikel des Zigarettenrauchs können dafür sorgen, dass die Selbstreinigung der Lunge leidet oder gänzlich versagt. Ähnliche Effekte werden durch Feinstaub im Straßenverkehr angenommen. Wer an einer stark befahrenen Straße lebt oder arbeitet, sollte entsprechende Schutzmaßnahmen für die Lunge ergreifen.
Was viele Menschen nicht wissen: Sogar eine mangelhafte Mundhygiene kann die Funktion der Lunge beeinträchtigen. Sie ebnet nämlich den Weg für Entzündungen in der Mundhöhle, die sich gerade bei immunschwachen Personen weiter ausbreiten kann. So führen Zahnentzündungen schneller als gedacht zu der mitunter gefährlichen Lungenentzündung.
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Um die für die Lunge wichtige Funktion zu erhalten, sind spezielle Kräftigungsübungen - gerade für Menschen mit Asthma - empfehlenswert. In Sportkursen lernen die betroffenen Personen, wie sie ihre Lunge durch Dehnübungen stärken und das Abhusten während eines Asthmaanfalls erleichtert werden kann.
Zusätzlich helfen Entspannungsübungen bei der Stärkung der Lunge. Sie bilden ein wichtiges Pendant zu den Dehn- und Kräftigungsübungen von Asthma-Patienten und können das Zwerchfell lockern. Auch Panikattacken würden bei vielen Menschen ein Engegefühl in der Brust auslösen und zu Atemnot führen. Um Angst und Panik und die dadurch bedingten, körperlichen Symptome zu vermeiden, sind Maßnahmen zur Entspannung wie Yoga, Autogenes Training oder die Progressive Muskelentspannung ratsam.
Zusatztipp: Wer gelegentlich zu seinem Lieblingssong laut mitsingt, trainiert gleichzeitig mehrere Aspekte des Körpers. Einerseits wird die Bauchmuskulatur gestärkt, andererseits profitiert das Herz-Kreislauf-System. Wer mindestens eine halbe Stunde trällert, soll zudem Glückshormone im Gehirn freisetzen. Und ein bisschen Glück kann doch jeder gebrauchen, oder?
https://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-die-lunge.html
https://www.leading-medicine-guide.de/erkrankungen/atmung/lungenerkrankungen
https://www.netdoktor.de/krankheiten/copd/
https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/lungenfibrose/was-ist-eine-lungenfibrose/
https://www.lungenaerzte-im-netz.de/krankheiten/lungenfibrose/therapie/
https://www.netdoktor.de/krankheiten/asthma/
https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/atemwege/akute-bronchitis
https://www.netdoktor.de/krankheiten/lungenentzuendung/
https://www.fitbook.de/food/lebensmittel-die-gut-fuer-die-lunge-sein-sollen-1